Mo. Mai 23rd, 2022
Symbolbild: Panama | Googlemaps
Symbolbild: Panama | Googlemaps

Panama, Mittelamerika. Kennen Sie noch den Film „Oh, wie schön ist Panama“ nach dem berühmten Buch von Janosch? 2006 war das kleine Land mit seinen 3 Millionen Einwohnern durch seine Rolle in dem be- liebten Kinderfilm in aller Munde. Zehn Jahre später ist es das erneut – sogar eben-falls als Paradies – jedoch nicht auf die Landschaft, sondern auf die Steuerregel-ungen bezogen.

637.000 Tweets mit dem Hashtag #PanamaPapers in sechs Stunden

 

Vor etwa sechs Stunden begann das Thema auf Twitter zu „trenden“; von dem bisher größten „Datenleak“ in der Geschichte ist die Rede. Die panamische Anwaltskanzlei des deutschen 68-jährigen Jürgen Mossack soll seit der Gründung in den 1970er Jahren über 215.000 Briefkastenfirmen gegründet bzw. die Gründung in die Wege geleitet haben, um superreichen Geschäftsleuten, Politikern, Kriminellen, Stars und Sportlern u. a. Geldwäscherei zu ermöglichen. Redundanzen sind in dieser Aufzählung nicht ausgeschlossen.

Panama Papers: Das ist das Leck

11,5 Millionen Dokumente oder 2,6 Terrabyte Daten, nämlich u. a. Verträge, Ausweispapiere und E-Mails sind an Medien wie den WDR oder die Süddeutsche Zeitung übermittelt worden. Letztgenannte hat eigens für die Berichterstattung den Internetauftritt www.panamapapers.sueddeutsche.de [Link öffnet in neuem Fenster] eingerichtet und sich dazu entschlossen, die Dokumente gemeinsam mit dem International Consortium for Investigative Journalists (ICIJ) auszuwerten. Auch Journalisten internationaler Medien wie der französischen Le Monde gehören zu der Gruppe der 370 Beteiligten aus 76 Ländern, die sich zur Vorbereitung dieser Berichterstattung bereits vor einem Jahr in London getroffen haben sollen, um die Aufgabenverteilung abzustimmen.

Die Dokumente belegen, wie systematisch verschachtelte Konstrukte aus Briefkastenfirmen, Offshoreunternehmen, Strohmännern und Treuhändern angelegt wurden, die Milliarden „verschwinden“ haben lassen – zum Beispiel vor Finanzbehörden. Briefkastenfirmen sind an sich nicht illegal; Der Zweck und die Handhabe ist letztendlich entscheidend.

Aus welchen Ländern stammen die Mandanten?

Die Mandanten stammen überwiegen aus Brasilien, Island, der Schweiz, der Ukraine, Saudi Arabien und Russland.

Während dem Krieg soll Staatsoberhaupt Petro Poroschenko Gelder weggeschafft haben

Hat das ukrainische Staatsoberhaupt nichts anderes zu tun als Gelder wegzuschaffen, während die Krim-Annexion 2014 zahlreiche Menschenleben gekostet hat? Das sollte man denken, jedoch belegen die veröffentlichten Dokumente etwas anderes…

Neben Herrn Poroschenko sollen unter den Mandanten der panamischen Kanzlei auch Vladimir Klitschko bzw. dessen Angehörige, mehrere isländische Regierungsmitglieder, Fifa Aktionäre, sowie Unterstützer der Terrororganisation Al Quaida sein.

Wikileaks überlegt, alle Dokumente offen zu legen

Auf Twitter frägt die Enthüllungsplattform Wikileaks, ob die Dokumente im Gesamten veröffentlicht werden sollen, damit jeder seine eigenen Recherchen zu den Offshorefirmen und deren Inhabern anstellen kann.

Online-Archiv wächst

Hier werden unterdessen die ersten Dokumente, die teilweise in die Artikel der Berichterstattung eingebunden sind, zusammengetragen und veröffentlicht.

Jürgen Mossack warnt unterdessen seine Mandanten

Es stellen sich viele Menschen die Frage, für wie dumm sie eigentlich verkauft werden; Diese 215.000 Firmen stammen von einer einzigen Anwaltskanzlei aus lediglich einem Land.

Von Redaktion

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